Grazer Keplerspatzen

Einige Konzerte der vergangenen Jahre

21. Dezember 2016 - Barmherzigenkirche, Graz

IN DULCI JUBILO

„In dulci jubilo...“ – „in süßer Freude“ – ist war Motto des Abends und zugleich Titel des bekannten Kirchenlieds aus dem 14. Jh. Den sich reimenden lateinisch-deutschen Text sangen die Keplerspatzen in einem Arrangement von Bob Chilcott. Weitere prachtvolle Motetten folgten, darunter Alleluja, freut euch ihr Christen alle (Andreas Hammerschmidt), Zion hört die Wächter singen (Johann Sebastian Bach) und Die Geburt Christi (Felix Mendelssohn-Bartholdy).

...“nu singet und seid froh!“ Auch englische Carols und traditionelle Weihnachtslieder durften natürlich nicht fehlen, wie z.B. Go tell it on the mountain (John Rutter), The Little Drummer Boy (Harry Simeone), und Carol of the bells (Mykola Leontovich), sowie O Jubel, O Freud, O Tannenbaum, und Leise rieselt der Schnee.
Grazer Keplerspatzen

Leitung: Ulrich Höhs

25. September 2016 - Minoritensaal, Graz

Wassermusik

Die Grazer Keplerspatzen starteten in ihre neue Saison mit einem Konzert im Minoritensaal, in dem das Wasser den Ton angab.

Der Abend begann mit einem lautmalerischen Wolkenbruch von Joseph Haydn und seinem Ach! Das Ungewitter naht!, einem Stück aus seinen Jahreszeiten. Von dem Schrecken durften sich die Zuhörer gleich zweifach an den Flüssen von Babylon erholen, einmal in seiner barocken Version von Johann Sebastian Bach, und gleich darauf in modernem Gewand von Dave & Jean Perry. Im Stück Die Wasserfee von Josef Rheinberger machten die Zuhörer außerdem Bekanntschaft mit diesem betörend-gefährlichen Wesen der Tiefe, während wir über die Wasseroberfläche mit Unterstützung von Franz Schuberts Gondelfahrer und seinem Gesang der Geister über den Wassern friedlich dahinglitten. Vor der Pause gab es außerdem noch die steirische Version von An der schönen blauen Donau von Johann Strauß, Der Murplantscher, umgedichtet von den Keplerspatzen.

Volkslieder wie Ålmawasserl, kålte Wasserl und Übern See kann i nit ummischwimma sowie die beiden Spirituals Deep river und Wade in the water eröffneten den zweiten Teil des Abends. Spiel und Spaß im kühlen Nass huldigten Peter Schindlers Plitsch und Platsch und Erich Ferstl mit Das Schwimmbad, während Franz Koringer in seiner Vertonung von Christian Morgensterns Das Wasser über die Schweigsamkeit des flüssigen Stoffes philosophierte. Die wunderbare Definition der Segelschiffe von Joachim Ringelnatz – „Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt. / Natur gewordene Planken / sind Segelschiffe“ hatte wiederum Heinz Lemmermann kunstvoll in Musik übersetzt. Geruhsam ließen wir den Abend ausklingen mit Bob Chilcotts Over the wave und Paul Simons Bridge over troubled water.
Klavier: Zhao Lei

Leitung: Ulrich Höhs

2. Juli 2016 - Großer Kammersaal, Graz

Carl Orff: Carmina Burana

Das Werk hat seit seiner Uraufführung 1937 durchschlagende Erfolge verbucht und erfreut sich ungebremster Popularität beim Publikum. Es fasziniert durch seine mitreißenden, archaischen Rhythmen und seine mittelalterlichen Texte, wodurch sich die Zuhörer in eine ferne Vergangenheit versetzt fühlen, die geprägt war von Aberglauben und Endzeitstimmung, aber auch freudiger Lebensbejahung und derber Komik. Das Treiben der Menschen ist dabei fest in das Rad des Schicksals eingespannt, welches sich unerbittlich dreht und so über Wohl und Weh, Glück und Unglück der Menschen entscheidet. Ob König oder Lebemann, alle erwarten ihren Urteilsspruch durch Fortuna, der Göttin des Schicksals, und so gilt es, sie milde zu stimmen, bevor Tanz und Reigen beginnen. Die Anrufung der Göttin umspannt das eigentliche Treiben, welches aus Tänzen und Liedern, Trinkgelagen und Festen, sowie der Huldigung von Schönheit und Liebe besteht.

Die Grazer Keplerspatzen führten das Werk in der von Orff selbst erstellten Fassung für zwei Klaviere (Zhao Lei & Zilan Liang) und Schlagwerk auf, wodurch dem Gesang noch mehr Gewicht als in der Orchesterfassung verliehen wurde. Die rhythmischen Kräfte entfesselte ein Schlagwerkensemble der Kunstuniversität Graz, und das Bläserensemble SoundINNBrass verlieh dem Ganzen strahlende Glanzpunkte. Die Solisten waren Markus Butter (Bariton), Simona Eisinger (Sopran) und Bernd Lambauer (Tenor), alles unter der Leitung von Ulrich Höhs.

Grazer Keplerspatzen
SoundINNBrass
Zhao Lei & Zilan Liang, Klavier

Markus Butter, Bariton
Simona Eisinger, Sopran
Bernd Lambauer, Tenor

Leitung: Ulrich Höhs

7. Juni 2016 - Minoritensaal, Graz

Kontraste

In ihrem Frühjahrskonzert im Minoritensaal in Graz sorgten die Grazer Keplerspatzen für einen musikalischen Abend voller Überraschungen. Unter dem Motto Kontraste stellten sie jeweils zwei Stücke einander gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und doch gerade deshalb zueinander gehören – ein musikalisches Paradoxon, dessen Auflösung sich mehr als hören hat lassen. Und mittendrin mischten sich die Nachwuchsspatzen, die sich in ihrer Feuerprobe das erste Mal ihrem Publikum stellten.

Nach einer Einleitung von keinem geringeren als Ludwig van Beethoven (Freude schöner Götterfunken) sehnten sich Heinrich Schütz (Verleih uns Frieden genädiglich) und Friedrich Cerha (Bekenntnis) auf je eigene Art und Weise nach Frieden. Es folgten ein Madrigal der Renaissance (Hans Leo Hassler Im kühlen Maien), kommentiert durch ein Dadadrigal der Modern (Anselm Schaufler Schnuppe). Nach einem Rückgriff auf das Thema Friede (Karl Jenkins Fanfara), diesmal kontrastiert mit Zerstörung (Rudolf Mauersberger Wie liegt die Stadt so wüst), musste sich Schuberts Das Dörfchen gegen die Großstadt New York, New York (John Kander) behaupten.

Gleich zu Beginn des zweiten Teils wollten es die Nachwuchsspatzen endlich wissen: Rumpelstilzchen (Ingo Bredenbach Neues vom Rumpelstilzchen) oder Sandmännchen (Heino Gaze La-Le-Lu), Der Weihnachtsmann tanzt Rumba versus Osterhasenschokoladentwist (Peter Schindler). Wie auch immer diese Duelle ausgehen, so folgte zum Glück auf jede Nacht (Morten Lauridsen Sure On This Shining Night) auch ein Tag (Morning Has Broken), wie nach Liebesschmerz (Franz Schubert Wehmut) bereits das nächste Abenteuer (Julius Dixon & Beverly Ross Lollipop) wartete. Ab nach Hause ging es dann entweder per Eisenbahn (Johann Strauß Vergnügungszug) oder Flugzeug (John Rutter The heavenly aeroplane).

Grazer Keplerspatzen

Zhao Lei, Klavier

Leitung: Ulrich Höhs

10. April 2016 - Herz-Jesu Kirche, Graz

Sonderkonzert für Fritz Haselwander

Konzert anlässlich des 85.Geburtstages von und für Fritz Haselwander, dem Gründer und langjährigen Leiter der Grazer Keplerspatzen.
Martina Hetzenauer - Sopran; Eszter Gurban - Alt; Andrejus Kalinovas - Tenor; Peter Kellner - Bass; Grazer Instrumentalisten; Grazer Keplerspatzen; Musica Sacra Graz (Ltg. Fritz Haselwander); Dirigent: Fritz Haselwander